Photography Calculators

Fachliche Autorität

Glossar für Fotografie

Kernbegriffe der Photography Calculators-Werkzeuge. Jede Definition verweist auf die Rechner, die den Begriff nutzen.

Definitionen

Schärfentiefe
Schärfentiefe (DoF) ist die räumliche Scheibe, die auf einem gegebenen Abzug oder Bildschirm noch scharf wirkt. Sie ist keine harte Wand in der Szene — sie hängt am Zerstreuungskreis. Längeres Glas, offenere Blenden und kürzere Fokusdistanz verkleinern die DoF. Hyperfokales Fokussieren schiebt die Ferngrenze auf unendlich, damit die Nahgrenze so nah wie Linse und Blendenzahl erlauben. Am Testfoto in der geplanten Betrachtungsgröße prüfen; 45-MP-Pixelpeeping ist strenger als ein 20×25-cm-Abzug.
Hyperfokale Distanz
Hyperfokale Distanz H ist der kürzeste Fokus, der Unendlich noch im Zerstreuungskreis hält: H ≈ f² / (N c) + f. Dort fokussiert reicht grob H/2 bis unendlich. Landschaftsfotografen nutzen das, damit Vordergrundstein und ferner Kamm beide brauchbar sind. Das ist eine Entscheidung über Abzugsgröße, keine Linseneigenschaft. Neu rechnen bei hartem Crop oder riesigem Print.
Zerstreuungskreis
Der Zerstreuungskreis (CoC) sagt, wie groß ein Punkt auf dem Sensor werden darf, bevor Sie ihn unscharf nennen. Ein praxisnaher Still-Wert ist Diagonale / 1500 (etwa 0,030 mm Kleinbild, 0,019 mm APS-C). Engere Teiler (1730, 2000) passen zu Pixelpeeping oder großen Prints; lockerere zu kleinen Web-JPEGs. Jede DoF- und Hyperfokalzahl ist nur so ehrlich wie dieser Kreis. Betrachtungsart wählen, dann den Kreis.
Crop-Faktor
Der Crop-Faktor vergleicht Ihre Sensordiagonale mit 36×24 mm (Diagonale ≈ 43,3 mm). APS-C typisch 1,5× oder 1,6×, Micro Four Thirds 2×, manches 1-Zoll um 2,7×. 50 mm auf APS-C rahmt wie 75 mm am Kleinbild. Schärfentiefe und äquivalente Blende verschieben sich mit Crop, wenn Bildwinkel und Blendenzahl gleich bleiben. Crop zaubert keine Reichweite — er beschreibt nur das kleinere Fenster auf derselben Optik.
Belichtungswert
Der Belichtungswert fasst Blende und Zeit in eine blendenskalierte Zahl. Bei ISO 100 gilt EV = log₂(N² / t): f/16 und 1/125 s sind etwa EV 15, klassisches Sonnige 16. EV bei Arbeits-ISO zieht log₂(ISO/100) ab, dieselbe Szene bei ISO 400 liest zwei Blenden niedriger. EV vergleicht Szenen, ND-Stapel und Aufhellblitz — kein Ersatz für eine Messung, wenn das Bild nicht fehlen darf.
ND-Filter
Ein Neutraldichte- (ND-) Filter dämpft Licht, ohne die Farbe bewusst zu drehen. Dichte 0,3 ist eine Blende; ND8 / 0,9 drei; ND1000 / 3,0 zehn. Neue Zeit = Basiszeit × 2^Blenden. Langzeitwasser und Video bei 180°-Verschluss leben hier. Billige Filter ziehen Farbe und Schärfe; Polfilter nur stapeln, wenn Sie Extra-Blenden und Kreuzpolarisation akzeptieren. Am Testframe prüfen — Messer hinter starkem ND lügen.
NPF-Regel
Die NPF-Regel (Nénette / Pixel / Fokale) schätzt max. unnachgeführte Sekunden als Genauigkeit × (35N + 30p) / f, N Blendenzahl, p Pixelpitch in µm, f Brennweite in mm. Genauigkeit 1 ist pixelscharf; 2 erlaubt leichtes Ziehen. Sie schlägt die 500er-Regel auf dichten modernen Sensoren. Deklination, Nachführfehler und aggressives Schärfen verschieben das Ziel. Als Startzeit nutzen, dann 100-%-Crop eines Teststerns prüfen.
Verschlusswinkel
Der Verschlusswinkel ist die Film-Sprache für die Öffnungszeit je Frame. Sekunden = Winkel / (360 × Bilder/s). 180° bei 24 fps sind 1/48 s, bei 60 fps 1/120 s. Kleinere Winkel wirken stakkato, größere schmieren. Das ist eine Entscheidung über Rhythmus und Blur, kein Still-EV. Rolling Shutter heilt der Winkel nicht — er setzt nur die Belichtungszeit.
Abstandsgesetz
Für eine kompakte Quelle im freien Raum skaliert die Beleuchtungsstärke mit 1/d². Ein nackter Aufsteckblitz von 1 m auf 2 m verliert zwei Blenden; 1 m auf 3 m etwas über drei. Leitzahlen nehmen diesen Abfall on-axis ohne Bounce an. Softboxen, Wände und die Sonne (praktisch unendlich) brechen das einfache Quadrat. Damit Blitzdistanz vorplanen, dann messen oder ein Testfoto machen, bevor der Auftrag läuft.
Leitzahl
Die Leitzahl ist die Hersteller-Kurzform für Blitzreichweite: LZ (Meter, ISO 100) ≈ Blendenzahl × Motivabstand. LZ 32 bei f/8 sind 4 m; bei ISO 400 verhält sich derselbe Kopf wie LZ 64. Bounce, Zoomreflektor, Modifier und TTL-Decke ändern die reale Zahl. Das ist eine Schätzung für nackten, achsennahen Blitz, kein Studioplan. Niemals Laser-Entfernungsmesser oder starke Blitze ins Auge richten, um LZ zu „prüfen“.
Beugung
Der Airy-Scheiben-Durchmesser auf dem Sensor ist etwa 2,44 λ N (λ in derselben Einheit, N Blendenzahl). Bei 550 nm wirft f/16 schon ~21 µm — oft größer als der Pixelpitch und als ein 0,030-mm-CoC. Abblenden für DoF ist real; der Brei auch. Die „Beugungsgrenze“ ist ein Vergleich, keine Mauer. Testchart in der gelieferten Printgröße prüfen.
Abbildungsmaßstab
Abbildungsmaßstab m = Bildhöhe auf dem Sensor / Motivhöhe. Echtes 1:1-Makro ist m = 1: ein 20-mm-Insekt füllt 20 mm auf dem Chip. Die effektive Blendenzahl wächst mit m, die DoF schrumpft grob mit 1/m² — deshalb bleibt f/11 bei 1:1 ein Span. Der Pupillenfaktor (Austritts-/Eintrittspupille) kippt vordere gegen hintere DoF bei Retrofocus-Glas. Focus-Stacking existiert, weil die Formel grausam ist, nicht weil Sie falsch gemessen haben.